Arbeitskreis Historie Kappel- Grafenhausen
Arbeitskreis HistorieKappel- Grafenhausen

Beerdigungen

Der Trauerzug durch das Dorf

Bevor es im Dorf die Leichenhallen gab,  waren die Verstorbenen bis zur Bestattung zuhause im Wohnzimmer oder in der „hinteren Stube“ aufgebahrt.  Weihwasser, ein Kreuz und zwei Kerzen stellte man in das verdunkelte Zimmer

Zur Feststellung des Todes kam der  Leichenbeschauer  dann ins Haus.

In Kappel  war dies zuletzt Josef Glück, in Grafenhausen Alfred Debacher.  Vor allem bemühte man sich um den Verstorbenen selbst. Man schloss ihm die Augenlider und um den Mund zu schließen, wurde ein Tuch um Kopf und Kinn gebunden. Dann wurde der Körper gewaschen. Hierauf zog man ihm das Sterbehemd an, das oft schon vor langer Zeit bereit gelegt war. Bei den Frauen konnte dies auch ihr Festtagskleid, bei den Männern ein Anzug sein. Als Symbol der Liebe legte man auch Blumen und Asparagus um den Leichnam.  Dem  Verstorbenen gab man einen  Rosenkranz und ein Sterbekreuz in die gefalteten Hände. Im Kerzenschein beteten die Verwandten und Nachbarn am offenen Sarg den schmerzhaften Rosenkranz.

 Das Einsargen übernahm ein Schreiner vom Dorf. In Kappel wurde viele Jahre der Schreinermeister Karl Bing  und in Grafenhausen die Schreinermeister Gerhard Scheer oder Ernst Brucker gerufen.

  Nachdem der Sarg am Tage der Bestattung verschlossen war, wurde er zusammen mit den Kränzen im Hof aufgebahrt. Alle, die dem Verstorbenen das letzte Geleit geben wollten,  trafen sich beim Wohnhaus des Toten, Auch der  Pfarrer mit den Messdienern kam zum aufgebahrten Sarg und sprach die Sterbegebete. Danach wurde der Sarg von 4 Sargträgern (Nachbarn oder Vereinsmitglieder)  auf den Leichenwagen gestellt und die Kränze links und rechts vom Wagen aufgehängt. Den schwarz verzierte Wagen (speziell angefertigt) zog ein Pferd, das mit einem schwarzen Tuch bedeckt war. Franz Nufer  (Kappel, Rathausstraße) und Josef Renter (Grafenhausen) waren die letzten Kutscher des Leichenwagens. An der Spitze des Trauerzuges marschierte der Kreuzträger (meistens ein Nachbarjunge), gefolgt vom Pfarrer und den Messdienern.  Alle Trauernden folgten dem Wagen von der Wohnung des Toten bis zur Kirche. 

 

Text von Lieselotte Salwetter

Mithilfe -   Rudi Rest, Werner und Anneliese Hilß 

 

Fotos bereit gestellt

a) Kappel – Ulrich Nufer

b) Grafenhausen – Heinz Renter

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