Arbeitskreis Historie Kappel- Grafenhausen
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Der Zinsgroschen (von/nach Peter Paul Rubens (1577-1640)?)

Matthäus-Evangelium, Kapitel 22, Verse 17-22

Die Pharisäer wollten Jesus in eine Falle locken mit der Frage: „Ist es Gottes Wille, dass wir dem römischen Kaiser (der unser Land unterdrückt und ein Heide ist) Steuern zu zahlen oder nicht? Jesus durchschaute sie und sagte: „Ihr scheinheiligen Heuchler! Warum wollt ihr mich hereinlegen? Zeigt mir ein Geldstück, mit dem ihr die Steuern bezahlt!“ Sie gaben ihm eine Münze. Er fragte sie: „Wessen Bild und Name ist auf der Münze eingeprägt?“- „Das Bild und der Name des Kaisers“, antworteten sie. Da antwortete ihnen Jesus: „Dann gebt doch dem Kaiser, was dem Kaiser zusteht, gebt aber auch Gott, was Gott gehört!“

Diese Antwort verblüffte sie. Und sie ließen Jesus in Ruhe und gingen weg.

 

Soweit der biblische Text. Der Maler hat genau die Situation ins Bild gebracht. Die Münze in der Hand Jesu, die Hand, die ihm sie gerade gibt und eine weitere, die wohl die Erklärung auf die Frage Jesu gibt. Alle 3 Hände sind einander zugeordnet, sodass der Betrachter – auch wenn er den Text aus der Bibel nicht kennt – sofort auf das gelenkt wird, worum es in dieser Versammlung geht. Auch die andere Hand Jesu illustriert, was er sagt: „Gebt auch Gott, was Gott gehört!“

Die Gesichter der Pharisäer sind nicht feindselig, sie drücken eher Wissbegierde aus

und Sorge, ob das richtig ist, war sie in der Situation der Fremdherrschaft durch die Römer tun dürfen oder nicht. Sie waren ja auch in der Versuchung, wie „die Zöllner“, gemeinsame Sache mit ihnen zu machen und die Glaubensbrüder auszunützen.

Dazu passt auch die Ermahnung Jesu an anderer Stelle: „man kann nicht zwei Herren dienen, nicht gleichzeitig Gott und dem Mamon.“

Die Männerrunde, die der Maler gezeichnet hat, ist eher vergleichbar mit einer unserer Gemeinschaften wie Kolping, KAB oder Männerwerk in der kath. Kirche. Jeder ist eine Persönlichkeit für sich und wunderschön gemalt. Jesus ragt ein wenig aus der Gruppe heraus durch seine Größe und die Stellung ganz rechts und den weiten roten Umhang. Auffällig ist auch, dass nicht nur die Hände sprechen, da sind übrigens noch

zwei Hände zu sehen, die dem älteren Mann mit dem weißen Bart gehören, der gleich rechts von Jesus steht, womöglich Petrus?

Ja, sprechen tun auch die Augen der Personen in diesem wunderbaren Bild. Man kann sich gut vorstellen, welche Meinung sie jeweils zum Ausdruck bringen wollen.  

 

 

Bearbeitung: Werner Pohl Pfr.i.R.

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