Arbeitskreis Historie Kappel- Grafenhausen
Arbeitskreis HistorieKappel- Grafenhausen

Pressemeldungen 2017

Kappel-Grafenhausen Kleine Kapelle mit langer Geschichte Lahrer Zeitung, 17.03.2017 02:13 Uhr

 
 
Rudi Rest (links) und Walter Batt sind stolz auf die letzte der insgesamt 27 Infotafeln in Kappel-Grafenhausen. Foto: AK

Rudi Rest (links) und Walter Batt sind stolz auf die letzte der insgesamt 27 Infotafeln in Kappel-Grafenhausen

 

Seit vier Jahren stellt der Arbeitskreis Historie in der Gemeinde Infotafeln auf, die an bedeutende Gebäude oder Personen der Zeitgeschichte erinnern. Nun wurde das letzte von insgesamt 27 Schildern angebracht – gewidmet ist es der Annakapelle.

Kappel-Grafenhausen (red/fx). Sie stand weit mehr als 100 Jahre bis Mitte des 19. Jahrhunderts an der Kreuzung Wald- und Hauptstraße gegenüber dem Gasthaus zum Sternen. Die kleine Holzkapelle war der heiligen Anna gewidmet. Der mittlerweile verstorbene Historiker Stefan Nopper hat zu diesem Thema in den Archiven recherchiert, die Mitglieder des Arbeitskreises Historie, Walter Batt und Rudi Rest, sind in seinem Nachlass fündig geworden.

Die Kapelle wurde erstmals in einer Gemeinderechnung im Jahr 1718 erwähnt als Maurer, Schreiner und Schlosser entlohnt wurden. Nach weiteren Unterlagen ist die Kapelle wahrscheinlich aber schon viel älter. Eine Quelle aus dem Jahr 1805 besagt, dass neben der Kapelle ein Kreuz errichtet wurde. Pfarrer Wagner, in dessen Amtszeit die Pfarrkirche St. Jakobus 1789 erbaut wurde, weihte dieses Kreuz, das von Johannes Sohm und seiner Ehefrau Maria Anna Ehinger gestiftet worden war, an einem Sonntagmittag nach der Betstunde.

In den Jahren nach 1824 wollte Pfarrverweser Lösch die baufällige Kapelle abreißen lassen. Dazu benötigte er die Erlaubnis seiner Vorgesetzten. Gegen seinen Willen hatten aber Privatleute schon zuvor die gröbsten Mängel beheben lassen. Der Pfarrer hatte sich daran gestört, dass die Kapelle von der Bevölkerung mit sehr viel Aberglauben in Verbindung gebracht und zunehmend zweckentfremdet wurde. Zudem wurde in der Kapelle wiederholt "unsittliches Treiben" von nicht ehelich verbundenen Leuten registriert.

Nach langen Verhandlungen mit der Kirchenbehörde wurde die Kapelle schließlich doch erhalten. Doch schon einige Jahre später las man von der Zustimmung von Pfarramt und Gemeinderat für den Abbau der Kapelle. 1840 stellte das Bezirksamt Ettenheim fest, dass es die Kapelle nicht mehr gebe. Das nachbarliche Kreuz blieb erhalten, war 1853 von der Gemeinde renoviert worden und stand dort bis 1971, was auf der Schautafel bildlich dokumentiert ist. Im Zuge von Straßenarbeiten wurde das Kreuz an den heutigen Standort an der Kreuzung Tramweg und Sportplatzstraße versetzt.

Derzeit beschäftigt sich der Arbeitskreis Historie mit dem Entwurf eines Flyers mit einer Wegbeschreibung, in der die Tafeln geografisch aufgelistet sind. Diese Abschlussarbeit soll in Kürze in Druck gehen.

 

Quelle: Lahrer Zeitung vom 17.03.2017

Arbeitskreis erinnert an eine kleine Holzkapelle

Die letzte von 27 Informationstafeln wurde aufgestellt.

  1. Walter Batt (links) und Rudi Rest vom Arbeitskreis Historie mit der Informationstafel zur Anna-Kapelle. Foto: Privat

 

 

KAPPEL-GRAFENHAUSEN (BZ). An der Kreuzung Waldstraße/Hauptstraße gegenüber dem Gasthaus zum Sternen stand weit über 100 Jahre bis Mitte des 19. Jahrhunderts eine kleine Holzkapelle, die der Heiligen Anna gewidmet war. Der verstorbene Historiker Stefan Nopper hat zu diesem Thema in den Archiven recherchiert und die Mitglieder des Arbeitskreises Historie, Walter Batt und Rudi Rest, sind in seinem Nachlass fündig geworden. Vor einigen Tagen wurde vom Arbeitskreis am früheren Standort der Kapelle eine Gedenktafel angebracht.

Die Kapelle wurde erstmals in einer Gemeinderechnung im Jahr 1718 erwähnt, als Maurer, Schreiner und Schlosser entlohnt wurden. Nach weiteren Unterlagen ist die Kapelle wahrscheinlich aber schon viel älter. Im Jahre 1805 war zu lesen, dass neben der Kapelle ein Kreuz errichtet wurde. Pfarrer Wagner, in dessen Amtszeit die Pfarrkirche St. Jakobus 1789 erbaut wurde, weihte dieses Kreuz, das von Johannes Sohm und seiner Ehefrau Maria Anna Ehinger gestiftet worden war, an einem Sonntagmittag nach der Betstunde. In den Jahren nach 1824 wollte Pfarrverweser Lösch die baufällige Kapelle ganz abreißen lassen und benötigte dazu die Erlaubnis seiner Vorgesetzten. Gegen seinen Willen hatten aber private Leute schon zuvor die gröbsten Mängel der Bausubstanz beheben lassen.


Der Pfarrer hatte sich daran gestört, dass die Kapelle von der Bevölkerung mit sehr viel Aberglauben in Verbindung gebracht und zunehmend zweckentfremdet wurde. So musste eine fieberkranke Person die Kapelle mit einem Besen rückwärts auskehren, den Besen verbrennen und mit der Verwendung der Asche konnte auf die Genesung gehofft werden. In der Kapelle wurde auch wiederholt "unsittliches Treiben" von nicht ehelich verbundenen Leuten registriert.

Nach langen Verhandlungen mit der Kirchenbehörde wurde die Kapelle schließlich doch erhalten, aber schon einige Jahre später las man von der Zustimmung von Pfarramt und Gemeinderat zum Abbau der Kapelle. 1840 stellte das Bezirksamt Ettenheim fest, dass es die Kapelle nicht mehr gebe. Das Kreuz blieb erhalten, war 1853 von der Gemeinde renoviert worden und stand dort bis 1971, was auf der Schautafel bildlich dokumentiert ist. Im Zuge von Straßenumbauarbeiten wurde das Kreuz an den heutigen Standort an der Kreuzung Tramweg/Sportplatzstraße versetzt.

Es ist die letzte von 27 Tafeln, die die Mitglieder des Arbeitskreises Historie in den vergangenen vier Jahren in der Gemeinde Kappel-Grafenhausen aufgestellt haben. Derzeit beschäftigt sich der Arbeitskreis mit dem Entwurf eines Flugblattes, in dem die Tafeln geografisch aufgelistet sind.

Quelle: Badische Zeitung vom 18.03.2017

Der Flyer für den Geschichtsweg ist fertig

Mitglieder des Arbeitskreises Historie präsentieren das Ergebnis.

Den Flyer gibt es in den beiden Bürgerbüros. Foto: Rudi Rest

 

 

KAPPEL-GRAFENHAUSEN (BZ). Die Mitglieder des Arbeitskreises Historie in Kappel-Grafenhausen haben jetzt den druckfrischen Flyer zum Geschichtsweg der Doppelgemeinde präsentiert.

Nach jahrelanger Vorarbeit ist eine Wegkarte erstellt worden, die 27 historische Tafeln und elf historische Wegkreuze auflistet, die in geographischer Abfolge nummeriert sind. Nummer 1 ist die Pfarrkirche in Kappel, ab Nummer 13 ist man in Grafenhausen, beginnend mit der dortigen Kirche. Wer den Geschichtsweg zu Fuß abgehen oder mit dem Fahrrad abfahren will, beginnt am besten an einem der Kirchenparkplätze, kann aber mit dem Plan auch an jeder anderen Stelle einsteigen. Durch die Tafeln erfährt der Betrachter ausführlich die besondere Bedeutung von Orten, Gebäuden, Wegkreuzen oder Persönlichkeiten der Doppelgemeinde. Er lernt die ehemaligen Standorte der Bahnhofsplätze oder der Annakapelle kennen, er erfährt etwas über die Geschichte der Kirchen, der Rathäuser oder früherer Gasthäuser und er kann sich in die Person des Nobelpreisträgers Ernst Ruska, des Ortspfarrers und späteren Mainzer Bischofs Vitus Burg oder des Familienforschers Albert Köbele vertiefen. Die Inschrift der Wegkreuze verewigt die damaligen Stifter und datiert die ältesten Exemplare ins frühe 18. Jahrhundert. Mit den Wegkreuzen beginnt man in Kappel mit A bis E und findet in Grafenhausen die Kreuze mit den Merkmalen von F bis K. Die Autoren Liselotte Salwetter, Bruno Jäger, Claus Leser, Willi Bührle aus Kappel, Werner Pohl aus Ettenheim und Walter Batt, Heinz Renter und Rudi Rest aus Grafenhausen haben mit diesem Druckwerk einen wertvollen Beitrag zur Geschichte der Gemeinde geleistet. Die handlichen und gut verständlichen Flyer sind in den beiden Bürgerbüros der Rathäuser erhältlich.

Quelle: Badische Zeitung vom 25.04.2017

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