Arbeitskreis Historie Kappel- Grafenhausen
Arbeitskreis HistorieKappel- Grafenhausen

Kappler Fasent

Der Ortsteil Kappel der Gemeinde Kappel-Grafenhausen verstand es schon immer, Fasnacht zu feiern und das nicht erst seit dem Bestehen des Narrenvereins ,,Rhinschnooge". Betagte Einwohner konnten berichten , daß schon in früherer Zeit ein reges fasnächtliches Treiben im Dorf herrschte. So wurde am 29.März 1784 protokolliert, dass der Müller, gemeint war der Pächter der Mühle in Kappel, jährlich an Fasnacht dem Gericht eine Inneres und der Gemeinde 5 Ohmen Wein geben soll. In einer weiteren Urkunde vom 12.1.1787 ist das Treiben der Kappler Fasent erwähnt. Darin heißt es: "Alles Tanzen ist verboten, ausgenommen an Kirchweih und Fasnacht Montag und Dienstag, jedoch nur bis 10 Uhr erlaubt. Wer am Aschermittwoch eine Musik in seinem Hause leidet, bezahlt 5 Gulden Strafe, sowie der Wirt, der über die Zeit tanzen lässt! Anscheinend haben die Kappeler kräftig Fasent gefeiert, denn sonst hätte das Fürstliche Oberhaupt zu Ettenheim am  ,, 12. Jenner 1787" nicht diese Verordnung erlassen müssen. Auch in späteren Urkunden taucht das Treiben während der Kappeler Fasent immer wieder auf. Schon vor dem 1.Weltkrieg fuhren Fasnachtswagen durch das Dorf; auch zwischen den beiden Kriegen hatte Kappel damals ein reges Leben an Fasent zu verzeichnen. Viele Wagengruppen und maskierte Fußgruppen zogen durch den Ort, aber einen geordneten Umzug gab es nicht. Während des 2.Weltkriegs und in den Nachkriegsjahren kam der Fasnachtsbetrieb zum erliegen. Kappel war zerstört und musste erst wieder aufgebaut werden. Erst Anfang der 50er Jahre machte sich das närrische Blut der Kappeler wieder bemerkbar. Auf den Straßen begann wieder der maskierte Umtrieb, auch die ersten Versuche einen Umzug zu gestalten, wurde unternommen. Aber es wurde nichts konkretes, da es an der erforderlichen Organisation fehlte. Das ging so bis zur Fasent 1957, denn kurz darauf fanden sich 47 Frauen und Männer im Gasthaus ,,Löwen" zusammen, um darüber zu beraten, wie man das fasnächtliche Treiben in geordnete Bahnen lenken könnte. Man war sich bald einig, dass nur durch die Gründung eines VEREINES, der die Organisation der Fasent übernimmt, dieses Ziel erreicht werden könnte. Aufgrund der Lage des Dorfes an den zahlreichen Wasserläufen im Rheinvorland und der Elz kommen die Schnaken alle Jahre wieder, deshalb wurden die Schnaken (RHINSCHNOOGEN) zum Symbolnamen des neuen Vereins. Zum Ehrenpräsident wurde Oberlehrer Friedrich Stehlin ernannt. Vorsitzender des neuen Narrenvereins wurde Wilhelm Kölble, als Vereinslokal wurde das Gasthaus ,,Löwen" erwählt. Fast 20 Jahre lang war der,,Leye" die Hochburg der Kappeler Narren. Ein Problem war für den Narrenverein die Beschaffung eines Symbols, das dem Vereinsnamen gerecht wurde, denn der Name ,,Rhinschnooge" verpflichtete. Das Gründungsmitglied Bernhard Kosytorz entwarf in mühevoller Arbeit das ,,Schnoogenmännle" das heute noch gültige Symbol der Kappeler Fasent. Mit Unterstützung von Paula Göppert (ebenfalls Gründungsmitglied), fertigte der Maskenbildner der Städtischen Bühnen in Freiburg einen Entwurf für das ,,Schnoogen - Kostüm". Es fanden sich bald begeisterte Mädchen, die bereit waren, im ,,Schnoogen - Kostüm" die Kappeler Fasent Szene zu beleben.
 Urkostüm, Urkunde vom Gründungsmitglied Paula Göppert etc. sind im Narrenkeller. Noch im Gründungsjahr begann ein aktives Wirken der ,, Rhinschnoogen". Am 11.11.1957 wurde der erste Elferrat gewählt und dem närrischen Publikum vorgestellt. Ihm gehörten an: Eduard Andlauer, Eugen Dentler, Willi Gansweid, Franz Greber, Edmund Edelmann, Alfred Jäger, Alois Jäger, Wilhelm Kölble, Cyprian Kössler, Wilhelm Kunz und Ernst Schwarz. Auf Anhieb gelang dem Narrenverein 1958 eine gelungene Fasnachtskampagne. Viel Begeisterung bei der Bevölkerung fand die Narrenzeitung, die aber schon nach zweimaligem Erscheinen eingestellt werden musste, denn nicht jeder konnte den Humor aus spitzer Feder ertragen. Ein Erfolg war der erste organisierte Fasentumzug am Fasent Montag 1958, an dem sich erstmals der Elferrat und die             Schnoogen der breiten Öffentlichkeit vorstellten.

 

 

Wie schon erwähnt war es Paula Göppert, die für den Entwurf des Schnoogenkostüms sorgte. Und sie war es, die als erste Schnoog 1958, hoch zu Ross, den ersten Umzug anführte.

Gastbeitrag und Bilder von Claudia Rütsche, Tochter von Paula Göppert.

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