Arbeitskreis Historie Kappel- Grafenhausen
Arbeitskreis HistorieKappel- Grafenhausen

Raimund Halter

Bild zur Verfügung gestellt vom Badischen Verlag GmbH&Ko. KG

geb. 12.2.1945  -  gestorben 2016

Bürgermeister und Ehrenbürger

 

1973 Bürgermeister von Kappel

 

1974 – 1998 Bürgermeister von Kappel-Grafenhausen

 

Badische Zeitung –  Auszug aus dem Bericht von Hagen Späth



Raimund Halter ist  in München geboren, hatte dort seine ersten vier Lebensjahre verbracht und zog dann mit den Eltern nach Denzlingen. Sein Vater stammte von dort, seine Mutter aus Kärnten. Er absolvierte eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann, die fachgebundene Hochschulreife nachgemacht, war Gemeinde- und Kreisinspektor und vor seiner ersten Wahl im Landesamt für Besoldung und Versorgung in Stuttgart tätig. Dass die damals eigenständige Gemeinde Kappel einen Bürgermeister sucht, hat er einer Stellenanzeige in der Zeitung entnommen. Es blieb seine erste und einzige Bewerbung auf eine solche Stelle: Gleich sein erster Anlauf glückte. Raimund Halter wurde 1973 Bürgermeister der damals selbstständigen Gemeinde. Nach der Fusion 1974 gewann er gegen seinen Grafenhausener Amtskollegen Gregor Kopf die Wahl mit deutlicher Mehrheit und avancierte zum ersten Bürgermeister der Gesamtgemeinde. Zur Fusion erklärte Raimund Halter im Jahr 2010 im Rückblick: "Die Bürger beider Gemeinden haben sich damals in einer Abstimmung für diese Vernunftehe ausgesprochen. Und sie haben mir in beiden Ortsteilen mit deutlicher Mehrheit das Vertrauen ausgesprochen, den Zusammenschluss zu vollziehen. Darauf bin ich heute noch stolz."

Die Bilanz von Raimund Halter ist imposant: In den 25 Jahren seiner Zeit als Bürgermeister wurden in den beiden Ortsteilen sage und schreibe acht Wohn- und Gewerbegebiete erschlossen, 40 Firmen konnten angesiedelt werden, alle Straßen wurden kanalisiert und neu gebaut. Die Verbandskläranlage kam nach Kappel, die beiden Mehrzweckhallen und die Leichenhalle wurden errichtet, das ehemalige Zollgebäude gekauft. Diese Reihe der Projekte ließe sich leicht fortsetzen. Insgesamt, so hat Halter einmal zusammengerechnet, wurden in seiner Zeit 54 Millionen Euro investiert, also 2,2 Millionen Euro jedes Jahr. Trotzdem konnte er seinem Nachfolger fünf Millionen an Rücklagen übergeben.

Die Wertschätzung der Menschen für die Arbeit und Leistung von Raimund Halter drückte sich bei seiner letzten Wiederwahl im Jahr 1990 aus: Halter wurde bei einer Wahlbeteiligung von 63 Prozent mit 99,1 Prozent der Stimmen gewählt. Der Gemeinderat hat seinen scheidenden Bürgermeister 1998 zum Ehrenbürger bestimmt. Der damalige erste Landesbeamte im Ortenaukreis, Dieter Karlin, hat bei der Verabschiedung 1998 Halters Amtsführung beschrieben. "Seine Schaffensfreude, sein Ideenreichtum und seine Beharrlichkeit waren prägend für die wirtschaftliche, soziale und kulturelle Struktur in der Gemeinde, in der ein gutes politisches und gesellschaftliches Miteinander herrscht." Walter Batt, mehr als drei Jahrzehnte Gemeinderat und als Bürgermeisterstellvertreter ein enger Mitarbeiter Halters, charakterisierte den früheren Rathauschef einmal als "einen Menschen mit einem ausgeprägten Harmoniebedürfnis, der nie so recht Spaß an demokratischen Streitgesprächen und lustvollen Diskussionen im Gemeinderat empfunden hat". Bei anderer Gelegenheit sagte Batt: "Seine Stärke war, dass er immer als Mensch gehandelt hat."

In seiner Freizeit war der Bürgermeister unter anderem als Schiedsrichter unterwegs. Immer einmal wieder war Raimund Halter auch mit seinem Akkordeon zu hören, er spielte in seinem Verein in Denzlingen, aber auch bei Seniorennachmittagen oder Fasnachtsveranstaltungen. Nach dem Tod seiner ersten Ehefrau Monika im Jahr 1986 hatte Raimund Halter 1995 seine jetzige Ehefrau Angelika geheiratet.

Die Trauerfeier fand auf Wunsch des Verstorbenen am  Dienstag, 5. Juli 2016 um 14 Uhr in der evangelischen Kirche in Denzlingen statt.

 

 

Quelle: Badische Zeitung, Bericht von Hagen Späth

 

Beitrag von: Liselotte Salvetter

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